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Füge- und Beschichtungstechnik
Das Fachgebiet umfasst die Bereiche Fügen, thermisches Trennen und Beschichten. Die Gemeinsamkeit der im Fachgebiet zusammengefassten Fertigungsbereiche beruht auf der Ausrichtung auf Werkstoffverbunde, Werkstoffzerteilung und Werkstoffbeschichtungen.
Der Bereich Fügetechnik erstreckt sich auf die stoffschlüssigen Fügeverfahren Schweißen, Löten, Kleben und das umformtechnische Fügen. Durch die Weiterentwicklung konventioneller Verfahren und Entwicklung neuer Verfahren konnte die Fügetechnik den zunehmenden Anforderungen neuzeitlicher Produkte angepasst und das Anwendungsspektrum kontinuierlich erweitert werden. Dieses erstreckt sich heute praktisch auf alle Industrie- bzw. Produktbereiche von feinsten Kontaktierungen in der Mikroelektronik bis zu interkontinentalen Pipelines. Die besondere Bedeutung der Fügetechnik für die Produkteigenschaften beruht darauf, dass die Verbindungsstellen den Eigenschaften der Fügeteile entsprechende Anforderungen erfüllen müssen. Dies setzt neben einer ingenieurmäßigen Planung und Qualitätssicherung der Fügetechnik eine fügegerechte Konstruktion und optimierte Werkstoffauswahl voraus. Die Möglichkeit, Bauteile entsprechend den lokalen Beanspruchungen aus unterschiedlichen Werkstoffen zu fügen, dient sowohl der Kosteneinsparung als auch der Ressourcenschonung.
Das dem Schweißen artverwandte thermische Trennen erfolgt überwiegend mit gleichartigen Wärmequellen, wie das Schweißen. Es wird bevorzugt für Zuschnitte und zur Fugenvorbereitung von Schweißteilen, als Vorstufe für die Endbearbeitung von Fertigteilen sowie zur Bauteildemontage zum Werkstoffrecyklieren eingesetzt.
Das Beschichten von Werkstoffen mit metallischen, organischen oder anorganischen Deckschichten dient der Erzeugung funktionell optimierter Oberflächen unter relativ geringem Werkstoff- und Energieeinsatz und führt, z.B. durch Verbesserung des Korrosions- und Verschleißwiderstands, zu längerer Produktlebensdauer und damit zur Ressourcenschonung.
Aufgrund der zunehmenden Differenzierung der Werkstoffe und Komplexität der Produkte zählen die Füge-, thermische Trenn- und Beschichtungstechnik zu den Schlüsseltechnologien des technischen Fortschritts.
Geschichte
Die Technische Hochschule Charlottenburg errichtete 1923 als erste ein eigenständiges Lehrgebiet und Versuchsfeld für Schweißtechnik in Deutschland. Unter Leitung von Prof. A. Hilpert entwickelte sich hieraus einer der Schwerpunkte schweißtechnischer Forschung. 1937 übernahmen Dr. Le Compte (bis 1944), Prof. Beckstroem (bis 1971) und Prof. Farnbacher (bis 1974) die Institutsleitung. Mit der Berufung von Prof. Lutz Dorn im Jahre 1975 wurde die Fachbgebietsbezeichnung auf Fügetechnik und später auch auf Beschichtungstechnik erweitert.
